2004-06-08

Spinning by al-Qaida

--- Auch die islamistischen Terroristen sind inzwischen Meister im Spinning. Ein paar Beispiele hat Spiegel Online auf der gegenw�rtigen arabischen Stammwebsite von al-Qaida ausgemacht: Die saudischen Beh�rden suchen fieberhaft nach ihm, doch Fawaz Ibn Mohammed al-Naschmi hat nichts Besseres zu tun, als dem Qaida-Magazin "Stimme des Dschihad" ein ausf�hrliches Interview zu geben. "In den saudischen Medien hei�t es, ihr h�ttet Geiseln genommen (...). Stimmt das?", fragt die "Stimme des Dschihad". "Das ist absolut falsch", antwortet al-Naschmi. "Meiner Meinung nach wird diese Geiselnahme-L�ge von den saudischen Beh�rden verbreitet, um ihr Versagen zu vertuschen." In Wahrheit habe man nur die Muslime von den Ungl�ubigen separiert und in Sicherheit gebracht, damit sie nicht aus Versehen erschossen w�rden. �ber sieben Seiten beschreibt der als "Anf�hrer" der Attent�ter von Chobar pr�sentierte al-Naschmi die Geschehnisse des vorvergangenen Wochenendes aus Sicht der Terroristen. Insgesamt 22 Menschen fielen dem Anschlag auf die ostsaudische �lstadt zum Opfer. Detailliert schildert al-Naschmi, wer wann und bei welcher Gelegenheit von ihm und seinen Mitt�tern ermordet wurde. Zwischendurch, behauptet er, h�tten die Attent�ter sogar noch die Zeit gefunden, "ein Nickerchen zu halten". Das Interview fand, kaum war es Ende vergangener Woche in dem alle zwei Wochen erscheinenden Online-Magazin "Stimme des Dschihad" ver�ffentlicht worden, schnell seinen Weg in verschiedene islamistische Internet-Diskussionsforen. Tausendfach wurde und wird es dort seitdem gelesen oder heruntergeladen. Ohne Zweifel war genau dies von den Autoren der "Stimme des Dschihad" auch erw�nscht: Das Interview, quasi eine publizistische Nachbereitung des Anschlags von Chobar, ist der vorl�ufig letzte H�hepunkt einer immer professionelleren PR-Arbeit der saudischen al-Qaida und ihrer Unterst�tzer. Mehr aus den arabischen Islamisten-Foren wie immer beim Northeast Intelligence Network, wo aber bislang nur zur�ckliegende al-Battar-Ausgaben analysiert sind.