2004-06-03

Ex-US-Sicherheitsberater wettert weiter gegen Bush

--- Das Buch Against all Enemies von Richard Clarke, dem Ex-Antiterrorzaren des Wei�en Hauses, gibt es nun auch auf deutsch und sogleich steigt nat�rlich auch die Medienpr�senz des Bush-Kritikers hierzulande. So zieht Clarke heute im Stern vom Leder und vergleicht etwa die momentanen Beherrscher des Wei�en Hauses mit ihren Vorg�ngern: Bushs Vorg�nger haben vor einer wichtigen Entscheidung immer einen rigorosen analytischen Prozess in Gang gesetzt. Alles wurde hinterfragt, Geheimdienstinformationen, Methoden, Ziele. Wir waren frei darin, Kritik zu �u�ern. Wir wurden sogar dazu ermutigt. So machten es alle, von Henry Kissinger bis Brent Scowcroft. Nichts von dem tut diese Regierung. Ihr Handeln beruht vielfach auf Intuition. Und dann investieren sie all ihre Arbeit darin, dieses Handeln zu rechtfertigen. Sie analysieren nicht, was es bedeutet, ein fremdes Land zu besetzen. Ihre Analyse passt gerade mal auf einen Autoaufkleber. Und als das Au�enministerium zehn Aktenordner voller Vorschl�ge zur Nachkriegsordnung im Irak anbrachte, haben sie das einfach ignoriert. Das konnte ja nichts werden. Ansonsten sieht Clarke die Situation im Nahen Osten und im Rest der Welt nach der falsch angezettelten Terrorismusbek�mpfung Bushs sehr skeptisch: F�r die religi�sen islamischen Fanatiker war die Invasion des Irak ein Geschenk. Nichts anderes haben sie doch �ber die Jahre gesagt: dass die Vereinigten Staaten die �lreichen L�nder des Nahen Ostens besetzen wollen; dass unsere Soldaten die modernen Kreuzritter sind; dass wir keinen Respekt vor Muslimen und Arabern haben. Und nun sehen sie Bilder, wie wir Frauen aus ihren H�usern treiben, wie wir auf Moscheen schie�en, wie amerikanische Soldaten irakische Gefangene misshandeln. Der Gef�ngnisskandal von Abu Ghreib geht weit �ber das hinaus, was sie je zu tr�umen wagten. Perfekt f�r sie. ... ch glaube nicht, dass wir "hearts and minds", Herzen und Verstand der Iraker, gewinnen k�nnen. Weder im Irak noch irgendwo in der arabischen Welt. Selbst ohne diese Bilder aus Abu Ghreib h�tten wir dieses Problem. Meines Erachtens wird es eine Generation oder l�nger dauern, ehe die Menschen ihre Einstellung zu den USA ver�ndern.