2004-06-14

Christiansen talkt die Berliner Republik in Grund und Boden

--- In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (wiedergegeben in Spiegel Online) findet sich eine Abrechnung mit Sabine Christiansens Talkshow-Demokratie: Sabine Christiansen bietet der gro�en Koalition der System�berwinder allw�chentlich die Chance, dem Publikum zu verk�nden, da� die heilige Utopie des Kapitalismus erst mal ans Ende gekommen ist. Es sieht nicht so aus, als ob es so weiterginge, wie bisher versprochen: da� wir immer weniger arbeiten m�ssen und dabei immer mehr verdienen. Im Gegenteil: Die Wirtschaft mu� zwar wachsen, aber daf�r mu� der "kleine Mann" mehr arbeiten, weniger verdienen und seine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit mit Sozialhilfe bezahlen. ... Dieses Deutschland-Rescue-Team scheut keine M�he, seine unfrohe Botschaft zu verk�nden, und Sabine Christiansen gibt ihr Bestes, da� die Herrschaften dabei nicht gest�rt werden. So wird man in dieser Runde niemals h�ren, da� in den letzten zehn Jahren die Netto-Realeinkommen um mehr als vier Prozent gesunken sind, w�hrend die Wirtschaft um 15 Prozent gewachsen ist - mit den bekannten Ergebnissen. Bei Sabine Christiansen wird nicht diskutiert: Die Chefetage dekretiert ihre Zehnjahrespl�ne. Da es nichts zu diskutieren gibt, versucht man, uns mit der Androhung des Untergangs zu unterhalten. Hin und wieder wird nach Schuldigen gefahndet: "Die Stunde der Wahrheit: Wieviel soziale Gerechtigkeit k�nnen wir uns noch leisten?" oder: "Gewerkschaften, Beamte, Politiker - Wer blockiert das Land?" Alle Antworten stehen schon vor Sendebeginn fest. Jeder dieser Katastrophentalks ist austauschbar. Kein menschliches Gehirn kann sich an etwas anderes erinnern als ein irres Lamento �ber eine verschnarchte Gesellschaft, die die Wirtschaft am Wachstum hindert: "L��t die Regierung die deutsche Wirtschaft im Stich?"