2004-04-16

Psychokrieg im Irak im vollen Gange

--- Die Berliner Morgenpost/Welt schreibt �ber den psychologischen Bilderkrieg im Irak: Zwei Wochen bevor sich der Tag j�hrt, an dem George Walker Bush in wohlfeiler Inszenierung den Krieg im Irak f�r wohl endg�ltig beendet erkl�rt hat, zeigen die t�glichen Bilder zur Prime Time, die Agenturmeldungen, die Korrespondentenberichte, dass der Krieg im Irak nun in sein n�chstes Stadium getreten sei, das, in dem es nach Vietnam riecht. Mit leiser Genugtuung, klammheimlicher Freude, und manchmal gar mit H�me, vermitteln viele dieser Berichte und Nachrichten aus dem Irak genau das Bild, das vor einem Jahr vor Beginn des Krieges prognostiziert wurde. Das von blutiger Anarchie, von Chaos, das, welches davon k�ndet, dass die ganze Region in Flammen erstickt werden wird. Und jetzt dieses Bild. Das der vier M�nner. Und nur drei von ihnen leben noch. Einer dieser Menschen ist gemordet worden. In einem fast rituellem Akt, der an Sch�chten erinnert, wenn stimmt, was aus Bagdad zu h�ren ist. Die FTD kommentiert weiter: Die Grausamkeit dieser einzelnen Tat schockiert mehr als alle Nachrichten �ber Hunderte get�teter Soldaten und Iraker. Was den Charakter abstrakter Zahlen angenommen hatte, ist konkret geworden. Vor laufender Videokamera und den Augen der anderen Geiseln erschossen die Terroristen einen Menschen. Gerade weil die Bilder zu brutal, zu gr�sslich waren, um sie Menschen zumuten zu k�nnen, werden sie einen umso tieferen Eindruck hinterlassen. Die Terroristen setzen da an, wo ein jedes Volk am verwundbarsten ist: bei der Opferbereitschaft f�r ein fernes Land und Ziel. Die Ermordung des Italieners hat nat�rlich gerade in Italien Emp�rung und Entsetzen ausgel�st, was Ministerpr�sident Berlusconi nicht gerade gelegen kommt. Weitere Erschie�ungen sind angedroht. Zur Zwickm�hle des Westens, der schlie�lich nach all dem Geschehenen nicht einfach abziehen kann, noch einmal die FTD: Terror gedeiht auf dem N�hrboden unterschwelliger Akzeptanz in der Bev�lkerung. Die mag die Mittel der Radikalen verurteilen, ihre Ziele - im Falle Iraks die weitgehende Selbstverwaltung und der Abzug der Besatzer - aber durchaus f�r richtig halten. Wenn die USA nun r�cksichtslos nach dem Motto "tot oder lebendig" vorgehen, wird das eine Solidarisierung der Iraker ausl�sen. Einen vom Volk unterst�tzten Guerillakrieg aber werden die USA nicht gewinnen. Die Alliierten k�nnen nur verhindern, dass das Land im Chaos versinkt, wenn sie mit den Widerstandsgruppen, ob Sunniten oder Schiiten, verhandeln. Es gibt moderate F�hrer in beiden Religionsgruppen, es gibt zum Einlenken bereite K�pfe im Umfeld der Radikalen. Ihnen m�ssen die Amerikaner eine Perspektive geben.

bilderkrieg.html