2004-03-29

Wie Br�ssel mit Rechercheuren umspringt

--- In eigener Sache berichtet der Stern, dass das Home-Office seines Br�ssel-Korrespondenten Hans-Martin Tillack gefilzt und der Reporter erst mal in Gewahrsam genommen wurde: Zehn Stunden hielten die Polizisten Tillack am vergangenen Freitag fest, sie filzten seine Wohnung und sein B�ro und beschlagnahmten praktisch sein gesamtes Arbeitsmaterial - vom Computer bis zum Handy, vom Adressbuch bis zum Kontoauszug, dazu viele Kilo bedrucktes und beschriebenes Papier. ... Anfang 2002 hatte Tillack mehrfach im stern �ber ein 234-Seiten-Dossier des holl�ndischen EU-Beamten Paul van Buitenen berichtet, in dem schwere Betrugsvorw�rfe gegen die Kommission erhoben wurden. Schon der Name van Buitenen reichte aus, um Angst und Schrecken in der EU-Beh�rde zu verbreiten: Es war dieser kleine Beamte, ein Christ mit klaren Moralvorstellungen, der Ende der neunziger Jahre Europaabgeordnete dar�ber informiert hatte, wie Betrug in der Kommission vertuscht wurde. Damit l�ste er einen in der EU-Geschichte beispiellosen Skandal aus, der zum Sturz der Kommission von Jacques Santer f�hrte. Wie Tillack 2002 berichtete, kam van Buitenen nun zu dem Schluss, seitdem habe sich nicht viel ge�ndert. ... Schon damals erhob die EU-Antibetrugsbeh�rde, aus der Tillack auch sp�ter immer wieder vertrauliches Material erhielt, den Vorwurf, "ein Journalist" habe Beamte f�r Informationen bezahlt. Und da dachte man immer, die Pressefreiheit wird nur in Burma, im Kongo oder in Myanmar mit F��en getreten.

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