2004-03-25

Rhetorik im Nahost-Konflikt: Terror-Erdbeben angedroht

--- Wer gedacht hatte, dass sich die Racheschw�re der Hamas und der Pal�stinenser nach der Liquidierung Jassins kaum noch steigern lassen w�rden, darf sich nun eines Besseren belehrt sehen. Die Rhetorik -- und damit die psychologische Kriegsf�hrung -- wird weiter nach oben geschraubt: Im Gazastreifen drohte die Hamas zum Abschluss der dreit�gigen Trauerfeiern f�r Jassin Israel mit einem "Erdbeben". Vor Zehntausenden Hamas-Anh�ngern erkl�rte ein maskierter Vertreter des militanten Fl�gels al-Qassam am Mittwochabend: "Unsere Botschaft an die Zionisten ist: Erwartet ein Erdbeben, wie ihr es noch nie erlebt habt, das Erdbeben der Vergeltung!" Die Kundgebungsteilnehmer im Fu�ballstadion von Gaza hoben daraufhin ihre rechte Hand und rezitierten: "Was ist euer Wunsch? F�r Gott zu sterben!" Die islamistischen Krieger im Hamas-Umfeld �berlegen derweil, ob sie den Terror �ber die Grenzen Pal�stinas hinaustragen oder gezielt gegen israelische Politiker und Milit�rs vorgehen sollen.

Update: Neue starke T�ne vom neu ernannten Hamas-Chef im Gaza-Streifen, Abd al-Asis al-Rantissi: "Es gibt kein Tabu, die Tore sind offen", sagte der Nachfolger des von Israel get�teten Fundamentalisten-F�hrers Ahmed Jassin dem SPIEGEL. Er hoffe sehr, dass der n�chste Anschlag "wirklich stark" sein werde. Denn auch nach dem Tod ihres Mitbegr�nders Jassin werde die Hamas "den Weg von Scheich Jassin weitergehen" und "gegen die Besatzer operieren". F�r die extremistische Organisation sei nun oberste "Priorit�t, die Pal�stinenser im Widerstand zu vereinen", betonte Rantissi.Dass die Fundamentalisten auch Israels Premier Ariel Scharon ins Visier nehmen, schloss Rantissi nicht aus. "Ich hasse Scharon", bekannte der neue Hamas-F�hrer, aber die Planung k�nftiger Anschl�ge sei "dem milit�rischen Fl�gel der Hamas �berlassen". Viele Ungereimtheiten gibt es derweil um den angeblichen jugendlichen, an der israelischen Grenze gestoppten Selbstmordattent�ter, der im Infowar um den Terror in Nahost anscheinend instrumentalisiert wurde.

erdbeben.html