2004-03-14

Putin: Kult- und Werbefigur mit Stalinz�gen

--- Anl��lich der russischen Pr�sidentenwahl, an der sich trotz ihres Farce-Charakters am Nachmittag mehr als 50 Prozent der berechtigten Bev�lkerung beteiligt und dem neuen "Zaren" �ber 70 Prozent Zustimmung signalisiert hatten, widmet sich Andrzej Rybak in der FTD Online dem Ph�nomen Putin: Nach vier Amtsjahren dominiert Putin die politische Szene in Russland, ein Zustand, den er zum Teil auch seinen Imagemakern und Politstrategen zu verdanken hat. Mit Hilfe gleichgeschalteter Medien bescherten sie dem fr�heren KGB-Spion einen Helden-Nimbus, wie ihn einst nur die Zaren kannten. "�ber Dir ist nur der Gott", schrieb Putin eine siebenj�hrige Verehrerin. Wie so oft in Russland treibt die Volksseele seltsame Bl�ten. Auf Putin werden Lobeshymnen komponiert und Oden gedichtet. Sein Flei� und Durchsetzungsverm�gen werden in Kinderb�chern ger�hmt. In einer Strafkolonie bei Nowgorod schnitzt ein H�ftling aus Holz ein Reiterdenkmal des Pr�sidenten, "der streng, aber immer gerecht" sei. Die Zeitung "Der geliebte Pr�sident" fordert, Putin - "dem progressivsten Politiker auf der Welt" - den Friedensnobelpreis zu verleihen. Aus Anlass seines Besuchs in Nischnij Nowgorod wird eine Medaille gepr�gt, die Putin neben Peter dem Gro�en zeigt. Und die von der Pleite bedrohten russischen H�ttenwerke gie�en seine B�sten in Bronze und Eisen. "Putin ist ein Markenzeichen, mit dem man Aufmerksamkeit erregen und Geld verdienen kann", sagt der Maler Dmitrij Wrubel. In seiner Wohnung in einem Moskauer Wohnblock stehen Dutzende Putin-Bilder: der Judo-Meister auf der Tatami-Matte, in Marine-Uniform vor dem Abtauchen mit einem U-Boot, als besorgter Staatslenker im Kreml.

Update: Eine kritische Analyse der weiteren Zarenherrschaft Putins ("Kurzschluss der Demokratie") bei Spiegel Online.

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