2004-03-01

Ole l�uft Wowi den Rang ab

--- Der haushohe Sieg Oles von Beust in Hamburg ist vor allem ein Sieg der seit Jahren andauernden Personalisierung, des Popularismus und der Inszenierung in der Politik, die sich vom Starsystem schon lange in vielerlei Hinsicht nicht mehr unterscheidet. Die Berliner Morgenpost/Welt analysiert den Wahlausgang in der Hansestadt folgenderma�en: Das Geheimnis des Erfolges von Ole von Beust ist mehrschichtig - und gr�ndet auf weit mehr als der weit verbreiteten Unzufriedenheit �ber die Politik von Rot-Gr�n in Berlin. ... n den zur�ckliegenden zweieinhalb Jahren gelang dem 48-J�hrigen der Wandel von einem braun gebrannten und oft untersch�tzten Sonnyboy zu einem weit �ber die Grenzen seiner Partei beliebten B�rgermeister. Diese Popularit�t, die in einem Stadtstaat noch wichtiger ist als in einem Fl�chenland, trug die CDU zur absoluten Mehrheit der Sitze. F�r 61 Prozent ihrer W�hler gab der Kandidat Ole sogar den Ausschlag f�r die Entscheidung, so das Meinungsforschungsinstitut Infratest-dimap. ... Im Wahlkampf hatten die Christdemokraten ganz auf die Popularit�t ihres Spitzenkandidaten gesetzt. Selbstbewusst er�ffnete die Partei unweit des Rathauses das "Caf� Ole" und plakatierte die Stadt mit dem Konterfei des B�rgermeisters "Michel Alster Ole" zu - gerade so, als sei Ole von Beust zu einem Wahrzeichen der Stadt avanciert. Mit dieser Popularit�t im R�cken verpufften alle Versuche der Sozialdemokraten, ihn als "Champagner-B�rgermeister" oder faulen Regierungschef zu diskreditieren. Oles h�rtester Konkurrent im Ringen um die �ffentliche Aufmerksamkeit ist demnach nun Berlins Regierender Partymeister Klaus Wowereit, der die Saiten des Popularismus ebenfalls bestens zu spielen wei�. Dass beide schwul und inzwischen offen selbst- oder fremd-geoutet sind, mag bei ihrer stringenten Selbstinszenierungspolitik auch ein wenig helfen.

Update: Heribert Prantl prangert derweil die Mithilfe der konservativen Medien bei der Imagekreierung von Beusts in der S�ddeutschen Zeitung an: Beust wurde schlie�lich � und das ist der vierte Grund f�r seinen Wahlsieg � von den lokalen Monopolzeitungen des Springer-Verlags kr�ftig protegiert. Sie haben eine Imagekampagne f�r ihn gef�hrt, seine Schw�chen versteckt, seine Fehler verschwiegen, seine Regierungsleistung verkl�rt, seine Konkurrenten hintangestellt. Der SPD-Kandidat h�tte wohl der liebe Gott sein k�nnen � von den �rtlichen Zeitungen w�re er als seltsamer Heiliger dargestellt worden. Ein Faktor, der nicht ganz au�er Acht gelassen werden kann.

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