2004-03-18

Krieg gegen Terror gef�hrlicher als der Terrorismus

--- Der Literaturwissenschaftler und Philosoph Richard Rorty schaltet sich in die Terrorbek�mpfungsdebatte ein, dokumentiert in der Zeit: Der weit verbreitete Verdacht, der Krieg gegen den Terror sei potenziell gef�hrlicher als der Terrorismus selbst, scheint mir vollkommen gerechtfertigt. Denn wenn die direkten Folgen des Terrorismus alles w�ren, was wir zu bef�rchten h�tten, g�be es keinen Grund f�r die Annahme, westliche Demokratien w�rden die Explosion von Atombomben in ihren Metropolen nicht �berleben. Naturkatastrophen, die ein vergleichbares Ausma� an Tod und Zerst�rung �ber die Menschen br�chten, w�ren schlie�lich auch nicht imstande, demokratische Institutionen zu gef�hrden. W�rden sich zum Beispiel die tektonischen Platten an der Pazifikk�ste verschieben und Hochh�user zum Einsturz bringen, bedeutete dies f�r Hunderttausende den sicheren Tod. Doch kaum w�ren die Opfer beerdigt, w�rde man mit dem Wiederaufbau beginnen. Und auch die Notstandsbefugnisse w�ren zeitlich beschr�nkt. Ganz anders verhielte es sich im Fall eines Terrorangriffs. Politiker, die alles daransetzen, weitere Anschl�ge zu verhindern, w�ren versucht, sich an H�rte zu �berbieten und weitergehende Ma�nahmen zu ergreifen - Ma�nahmen, die sogar der Rechtsstaatlichkeit ein Ende setzen k�nnten. Und die Wut, die man versp�rt, wenn namenloses Leid durch menschliches Tun verursacht wird und nicht durch Naturgewalten, wird die �ffentlichkeit dazu bringen, diese Ma�nahmen zu akzeptieren. Gewiss, das Ergebnis w�re kein faschistischer Putsch. Das Ergebnis w�re eine Kaskade von Ma�nahmen, die einen Wandel in den sozialen und politischen Bedingungen des westlichen Lebens einleiten w�rden. Rorty hat den Konjunktiv gew�hlt -- bleibt zu hoffen, dass er dabei bleiben kann.

rorty.html