2004-02-06

Das Kabinett der Medien

--- Bundeskanzler Gerhard Schr�der erlebt gerade, wie sich Themen medial verselbst�ndigen. Nein, eine Kabinettsumbildung sei nicht geplant, musste gestern bereits ein Regierungssprecher verk�nden, nachdem der nieders�chsische SPD-Chef J�ttner die Qualit�t etlicher Bundesminister in Frage gestellt hatte. Ohne gern genannt werden zu wollen, sehen das etliche andere Genossen auch so. Prompt folgt die Bild und pr�sentiert potentielle Neu-Minister. Warum sich die Debatte nicht stoppen l�sst? Bei 14 anstehenden Wahlen in diesem Jahr bangen etliche Mandatstr�ger der SPD um ihre Zukunft, seit die Umfragen im tiefsten Keller angelangt sind und Besserung nicht mehr in Sicht ist. Einige fordern gar, dass Schr�der den Parteivorsitz niederlegen solle, wie die SZ
berichtet. Das allerdings k�me einem Kanzlersturz gleich. Auf die Idee, den nicht allzu radikal wirkenden Reformkurs der offensiver zu vertreten kommt indes niemand.

Update: Der Kanzler ist tot, es lebe der Kanzler! Wer h�tte es gedacht, Schr�der l�sst den Parteivorsitz tats�chlich sausen. Auch Olaf Scholz mag nicht mehr. Die Krise der Sozis ist damit offiziell best�tigt. Lange Texte zur Palastrevolution von oben gibt es unter anderem in der S�ddeutschen Zeitung.

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