2004-01-27

Eco wettert gegen Berlusconis Medienregime

--- Nichts wirklich Neues hat Umberto Eco zu Berlusconi in der S�ddeutschen Zeitung zu sagen. Aber er beschreibt mal wieder ganz treffend, was passieren kann, wenn Medienmacht und politische Macht entgegen aller demokratischer Regeln in einer Hand zusammenlaufen: Seit fast 50 Jahren wird behauptet, dass man in der Gegenwart, vielleicht von einigen zur�ckgebliebenen L�ndern der Dritten Welt abgesehen, keine Panzer mehr brauche, um einen Staatsstreich durchzuf�hren, sondern dass es gen�ge, die Radio- und Fernsehsender zu besetzen. (Der Letzte, der das noch nicht begriffen hat ist Bush, ein Dritteweltf�hrer, der aus Versehen ein hoch entwickeltes Land regiert.) Jetzt ist der Lehrsatz nachgewiesen. Deshalb ist es falsch zu sagen, dass man nicht von einem Berlusconi-�Regime� reden k�nne, weil das Wort �Regime� an das faschistische Regime erinnere, und das Regime, in dem wir heute leben nicht die Merkmale jener Epoche habe. Der Faschismus steckte die Kinder (und die Erwachsenen) in Uniformen, unterdr�ckte die Pressefreiheit und schickte die Dissidenten in die Verbannung. Das Medienregime von Berlusconi ist nicht so ungehobelt und antiquiert: Es wei�, dass man den Konsens kontrolliert, wenn man die Informationsmittel mit der gr��ten Durchdringungskraft kontrolliert.

eco.html