2004-01-11

Alte neue News: Irak-Krieg von langer Hand geplant

--- Die Medien sind voll von einer angeblichen Sensation: Bush soll Irak-Krieg nach Amtsantritt geplant haben , titelt ftd.de, fast identisches Agenturmaterial findet sich bei Spiegel Online und Telepolis hat fast den gleichen Aufmacher mitsamt Update. Anla� f�r das kleine Medienbeben: Der vor einem Jahr entlassene US-Finanzminister Paul O'Neill vermarktet seine n�chste Woche in Buchform erscheinenden Enth�llungen �ber die fr�hen Kriegsplanungen und sonstigen Schmuh in der Bush-Administration. Gleichzeitig hat der r�hrige Ex-Politiker auch dem Wall-Street-Journal-Schreiber Ron Suskind als wichtige Quelle f�r dessen Buch The Price of Loyality gedient. Was der ehemalige Minister da aber als hei�e Ware verkauft, ist eigentlich ein uralter (neokonservativer) Hut. Im Spindoktor-Buch Krieg und Internet ist etwa zu lesen: Weniger zur�ckhaltend tritt kurz vor dem Anbruch besserer Zeiten f�r Aufr�stungsadvokaten im September 2000 das Dokument Rebuilding America�s Defenses -- Strategy, Forces and Resources for a New Century auf. Der Jahrhundertplan wird -- wie der Name erahnen l�sst -- vom Washingtoner Project for the New American Century herausgegeben, das vom neokonservativen Mitdenker William Kristol 1997 gegr�ndet wurde. Kristol ist heute Chef des Weekly Standard, des zum Murdoch-Imperium geh�renden Lieblingsblatts des US-Pr�sidenten. Es geht erneut um den Weg zu einer milit�risch erzwungenen �Pax Americana�, drastische Steigerungen des Verteidigungsetats und die Revolution in Military Affairs. ... Au�erdem ruft das Papier bereits vor dem 11. September nach einem Waffengang mit Saddam Hussein und dringt auf die Schaffung von Milit�rbasen im Mittleren Osten, S�dosteuropa, Lateinamerika und S�dostasien. Sofort nach den Terrorattacken, die den Neocons in vielerlei Hinsicht den Weg ebnen, machen sich die geistigen Kinder und V�ter des imperialistischen Plans in der neuen Bush-Administration daran, diese Forderungen umzusetzen.

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