2003-10-23

--- US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld macht sich Sorgen, dass sein Haus noch "nicht richtig k�hne Schritte" im "Krieg gegen den Terrorismus" unternommen hat. Ein entsprechendes Memo sandte der Pentagon-Chef, der momentan unter einem Imageverlust aufgrund der vertrackten Situation im Irak leidet, an seinen obersten Milit�rs und Stellvertreter Paul Wolfowitz. Die Notiz hatte f�r Aufsehen gesorgt, als die USA Today zun�chst verwundert dar�ber berichtet und spekuliert hatte, ob die USA den Krieg gegen den Terrorismus wohl verlieren k�nnten, und Rumsfeld dies mit dem Memo eingestanden habe. F�r das Pentagon ist der zweiseitige Text aber eine Routine-Angelegenheit: Mr. Rumsfeld feuere seine Mitarbeiter st�ndig an, "outside the box" zu denken. Die USA Today hat selbst auch noch einmal Reaktionen zu dem Memo eingefangen.

--- Update: Fred Kaplan vergleicht das Rumsfeld-Memo gar mit der Bedeutung der ber�hmten Pentagon-Papieren zur Aufarbeitung des Vietnam-Kriegs, welche die New York Times 1971 enth�llte. Der 7000-Seiten-W�lzers dokumentierte die Verstrickung und das l�genreiche Man�vrieren der US-Regierung in Vietnam und an der Heimatfront im Auftrag des Verteidigungsministeriums selbst. Kaplan schreibt:

Have you ever read a more pathetic federal document in your life? What is being stated here can be summed up as follows: We'll probably win the battle for Afghanistan and Iraq (or, more precisely, it's "pretty clear" we "can win" it, "in one way or another" after "a long, hard slog"), but we're losing the struggle for hearts and minds in the broader war against terrorism.

--- Upate II: Die deutsche �bersetzung des Rumsfeld-Memos gibt es bei der Wochenzeitung Freitag.

--- Seymour M. Hersh, als investigativer Journalist bekannt seit der Aufdeckung von amerikanischen Massackern in Vietnam, hat einen langen und lesenswerten Beitrag zu den Auswirkungen des Irak-Kriegs auf den Krieg gegen al Qaeda ver�ffentlicht. Der Feldzug gegen Saddam Hussein hat demnach viele Ressourcen im Geheimdienstbereich abgezogen und damit letztlich dem Terror neue Chancen gegeben, statt ihn zu verhindern.